Werfen wir mal einen Blick auf die deutsche Ausgabe: Mädchengesicht, düsteres Blau und Vögel. Finde ich gar nicht so schlecht, trifft den Ton der Geschichte und hat immerhin keine verzierenden Blumenranken. Leider hört es damit auf. Schon der Untertitel macht mich rasend: "Brennendes Herz" - bitte was? Das klingt nach leidenschaftlicher Liebe oder? Ja, in Ashes gibt es eine Liebesgeschichte, aber die findet so hintergründig statt und ist wahrlich nicht der Kern des Romans. Man kann den deutschen Titel leider nicht mal zweideutig sehen, weil es nie um Herzen geht (eher um Gehirne), aber "rauchende Köpfe" klingt natürlich nicht so gut (und wäre genauso irreführend).
Weiter geht es mit der Inhaltsbeschreibung, die macht mich echt fertig.
Die siebzehnjährige Alex befindet sich auf einer Wanderung in den Bergen, als plötzlich die Natur um sie herum verrücktspielt und eine Druckwelle sie zu Boden wirft. Was war das? Alex hat keine Ahnung, aber sehr schnell wird klar, dass die Welt, die sie kannte, nicht mehr existiert. Die meisten Städte sind zerstört und die Überlebenden werden zur lauernden Gefahr.
Soweit so gut, verrät für meinen Geschmack fast zu viel, aber beschreibt den Roman so wie er ist. Dann folgt (Achtung, für meinen Geschmack schon ein Spoiler!):
Das Einzige, worauf Alex noch zählen kann, ist ihre Liebe zu [XY]. Gemeinsam versuchen die beiden, sich durchzuschlagen. Doch dann wird [XY] verwundet, und Alex muss ihn schweren Herzens zurücklassen, um sein Leben zu retten. Als sie mit Hilfe zurückkehrt, ist er verschwunden.
Nicht nur, dass hier maßlos gespoilert wird, es wird auch impliziert, dass es hier einzig und allein um die Beziehung zwischen [XY] (der Junge hat natürlich einen Namen, ich will euch nur nicht zu viel verraten) und Alex geht und das stimmt einfach nicht! Die Beziehung der beiden entwickelt sich langsam und leise und obwohl sie Alex tief berührt, spielt sie einfach nie eine so große Rolle.
Eine packende Suche beginnt. Eine Suche nach Antworten, sich selbst und nach der einen ganz großen Liebe. Denn Alex weiß: [XY] lebt, und sie wird ihn finden, komme, was wolle.
Das klingt mir viel zu dramatisch. Ja, Alex bemüht sich [XY] nicht einfach zu vergessen, aber es passiert einfach noch so viel mehr, das nichts mit ihm zu tun hat.
Ich verstehe ja, dass der Verlag sein Buch einfach nur gut verkaufen will. Da muss so ein Klappentext natürlich auch dramatisch klingen und zum lesen einladen, aber mit so einem Titel und so einer Inhaltsangabe entpuppt sich das doch als ganz schöne Mogelpackung. Ashes ist absolut lesenswert, aber nicht aus den Gründen, die der Verlag hier vorgaukelt.























10 comments
Als ich das englische Cover zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich mir nur: O__o "Jaa scare the hell out of me!"
Aber vielleicht bin ich da nur zu zart besaitet ;)
Das deutsche Cover, na ja, hebt sich halt wenig von der Masse ab, aber sieht ganz ok aus.
Das mit den Inhaltsbeschreibungen ist mir auch schon aufgefallen, dass der deutsche Text doch stark von der englischen Version abweicht und ziemlich viel verrät. Wenns auch noch Spoiler sind, umso schlimmer. Ich warte mal auf die deutsche Ausgabe; denn eigentlich bin ich seit deiner Kritik schon ziemlich gespannt auf das Buch.
Hach, ich würd dann eher zum Original greifen. Das Cover passt mir wesentlich eher. ;)
Aber das mit den Inhaltsangaben ärgert mich sehr bei deutschen Büchern. Sie verraten nicht nur zu viel, sondern geben sämtlichst einen falschen Eindruck wieder oder sogar einen falschen Inhalt, der einen falschen Eindruck erweckt und die Erwartungen entsprechend ankurbelt. Ist mir neulich erst wieder passiert.... Ich war soooo enttäuscht von dem Buch.... *schnüff*
Ich bin auch schon sehr gespannt auf das Buch, hab aber aus der deutschen Vermarktung auch geschlossen, dass es schon um eine Liebesgeschichte geht. Ohne deinen Beitrag wäre ich dann vermutlich enttäuscht worden, einfach, weil meine Erwartungen ganz anders gewesen wären. SOwas muuss doch nicht sein ...
Bei den deutschen Inhaltsangaben wundert mich so langsam nichts mehr. Viel zu oft fallen sie ungenau, zu kurz aus oder verraten zu viel.
Die Betonung von möglichen Liebesbeziehungen in Young Adult Dystopien nervt mich wirklich, als würden die deutschen Leser die Bücher sonst nicht kaufen. Und natürlich wird dadurch auch eine gewisse Erwartung beim Leser erzeugt, und wenn die Liebesgeschichte dann nicht die große Rolle im Buch spielt, fühlen sich die Leser zurecht enttäuscht.
Ich bin über den Klappentext zum Buch gekommen, habe aber auch im Original gesucht (Klappentext, Lesermeinungen etc.) und bin fest entschlossen es zu lesen. Dass die Liebesgeschichte nur hintergründig abläuft, habe ich mir aber trotz deutschem Klappentext schon gedacht. Finde ich auch gar nicht schlimm. Schlimm ist nur, wenn etwas impliziert wird, was es dann gar nicht gibt. Dann gibt es wieder schlechte Lesermeinungen, obwohl das Buch eigentlich gut ist (wie ich hoffe).
Deine Kritik kann ich gut nachvollziehen, der Klappentext verrät ja wirklich schon einiges. Leider ist das ja wirklich oft so bei deutschen Verlagen, deswegen lese ich die Klappentexte meist nicht mehr, außer ich stöbere im Laden und finde ein mir vollkommen unbekanntes Buch, worüber ich noch nichts in Foren oder Blogs gehört habe.
Allerdings muss ich sagen, dass mir das deutsche Cover deutlich besser gefällt. Die Schrift, die Vögel und das Bild passen wirklich schön zusammen, zudem ist mir das Originalcover etwas zu gruselig. :P Ich bin nach Deiner Rezi auf jeden Fall schon mal sehr gespannt!
Deutsche Verlage scheinen ja ganz offensichtlich der Meinung zu sein, dass sich ein Buch ohne Lovestory nicht vernünftig verkaufen lässt … Dass der Leser deshalb per Klappentext auf eine falsche Fährte geführt wird, ist wirklich ein Unding!
@lettersalad: Was den Inhalt angeht, passt dieses englische Gruselcover echt viel besser.
@Mandy: Bei welchem Buch hat's dich denn erwischt?
@Stephie: Muss ja nicht immer schlimm sein, wenn man etwas anderes bekommt als man erwartet, aber wenn das bewusst gemacht wird, um das Buch zu verkaufen, ist das blöd
@Sabrina: Das beobachte ich ja immer fleißig auf deinem Blog. Ich glaube, wenn ich da so genau drauf achten würde wie du, hätte ich so richtig die Schnauze voll von deutschen Klappentexten. Zum Glück lese ich die nur sehr selten und wenn dann meist erst nachdem ich das Buch gelesen hab.
Ich finde es auch schade, dass man anscheinend "nur" Liebesgeschichten verkaufen kann. Einerseits versteh ich das, weil da ja wirklich viele gern drüber lesen, ich ja auch, aber andererseits ist doch eh immer überall eine Art Liebesgeschichte drin (wenn es jetzt kein Jungen-Abenteuer-Buch ist), warum muss man das dann noch extra hervorheben, wenn es gar nicht der Zweck des Buches ist?
@Soleil: Das Buch ist super! :)
@Karo: Ich lese zum Glück auch total selten die Klappentexte (schon gar nicht direkt vorm Lesen des Buches), deshalb bleiben mir solche Aufreger wie in diesem Beitrag wohl meist erspart ;)
Kann ich auch gut verstehen, dass dir das deutsche Cover besser gefällt, ist halt schon schöner anzusehen, aber inhaltlich passt das Grusel-Cover trotzdem besser ;)
@irina: Ich versteh das auch nicht... Liebesgeschichten stecken doch eh in so gut wie jedem urban-fantasy/paranormal Buch. Dass man das dann so künstlich aufbauschen muss... :/
Also das letzte mit einem wirklich sehr irreführenden Klapptext war der fünfte Band der Schattenwandler-Reihe "Noah" von Frau Frank. Hab wirklich schon lange nicht mehr so einen schlechten Klapptext zu lesen bekommen und das auch noch von einem so großen Verlag wie Lyx. Eigentlich nur traurig... kein Wunder, dass ich momentan lieber zu englischen Büchern greife... -.-
Ich danke dir vielmals für diesen Beitrag. Ist wirklich sehr schade, dass der Verlag so viel verrät. Ich tendiere schon fast dahin, mir die englische Version zu kaufen. Muss ich mir jetzt wirklich noch überlegen.
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